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Nichtraucher
Schutz für Nichtraucher - zu viel oder zu wenig ?
Nach den Vorschlägen der Experten kocht die Kritik hoch
Hannover. Die deutsche Eckkneipe ist dem Untergang geweiht - das jedenfalls befürchtet der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) nach dem jüngsten Vorstoß zum Nichtraucherschutz. Die Arbeitsgruppe der Länder hat sich in Hannover darauf verständigt, dass in Gaststätten ein generelles Rauchverbot gelten soll. Qualmen wäre dann nur noch in ausgewiesenen Raucherzimmern möglich.
Auch in Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Gebäuden soll das Rauchen untersagt werden. Die Gesundheitsminister werden am 23. Februar 2007 bei einem "Nichtraucher-Gipfel" in Hannover über die Vorschläge der Expertengruppe beraten, bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 22. März 2007 soll dann darüber entschieden werden.
Die Vorschläge der Arbeitsgruppe stießen schon auf heftigen Widerstand, vor allem der Gastronomen. "Gerade bei kleinen Lokalen mit bis zu 40 Sitzplätzen kommen Stammgäste, die an der Theke sitzen, ihr Bier trinken und eine Zigarette rauchen wollen", sagt Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer vom Dehoga Niedersachsen. Er befürchtet daher das Ende der Eckkneipen. Extra Raucherzimmer könnten hier schon aus Platzgründen gar nicht vorgehalten werden. "Die meisten Gastwirte können das gar nicht bezahlen." Durch ein generelles Rauchverbot werde ein Stück deutscher Kneipenkultur für immer verschwinden.
Die meisten Gesundheitsminister sehen das anders. Oberste Prämisse sei weitgehender Nichtraucherschutz, ließen beispielsweise das Saarland, Niedersachsen, Hessen, Bremen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt mitteilen, während Thüringen von Einschränkungen eigentlich nicht so viel hält: "Verbote sind nicht der Königsweg", sagte Rainer Kipper, Sprecher von Thüringens Sozialminister Klaus Zeh (CDU). Die Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linkspartei) machte sich dafür stark, dass in den Raucherzimmern nicht bedient werden dürfe. Denn es müsse auch das Personal vor dem Passivrauchen geschützt werden.
Wichtig sei vor allem, dass sich die Länder auf eine einheitliche Linie einigten und kein Flickenteppich entstehe, betonte die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU), die das Treffen der Fachminister koordiniert. Der bayerische Verbraucherminister Werner Schnappauf warnte davor, den Kompromiss der Arbeitsgruppe schon jetzt zu zerreden.
Kritik gab es aber trotzdem - von beiden Seiten. Was dem Gastgewerbe zu weit geht, ist für die Deutsche Krebsgesellschaft viel zu wenig. Volker Beck, Koordinator für Prävention, sagte, getrennte Bereiche für Raucher und Nichtraucher in Gaststätten seien nicht sinnvoll. Er forderte: "Im Sinne der Geselligkeit, nicht rauchen für alle."
Von Saskia Döhner HAZ
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