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Persönliches
Interessantes über Malt Whisky
Am Samstag den 04.11.2006 war es endlich so weit. In Wolfenbüttel wurde der Malt-Whisky, den ich bereits als Destillat besaß, endlich abgefüllt. - Nach der Reifung in einem Cherry-Fass, wurden 250 Flaschen (die Besitzer sind alle namentlich auf dem Fass festgehalten) bei schottischer Live-Musik und einer Whisky-Probe, feierlich übergeben. Das leere Fass ging in einer Versteigerung an einen der 250 Fassbesitzer. Eine wirklich tolle Idee bei der man auch noch einiges über die Herstellung der verschiedenen Whisky-Sorten erfahren und auch schmecken kann. Derzeit sind wieder zwei Fässer in Arbeit und reifen für die nächste Abfüllung.
Whisky ist ein Destillat aus Getreide und wird überwiegend in Schottland, aber auch in Irland und natürlich den USA hergestellt, wobei die schottischen Single Malts den größten Anteil verbuchen. Der hochwertige schottische Single Malt wird ausschließlich aus gemälster Gerste hergestellt. Es gibt zwischen den Malts natürlich Unterschiede in Farbe und Geschmack. Der eine ist zart Rauchig, der andere ist durch die Lagerung in Sherry- oder Bourbonfässer eher weich und süßlich.
Vatted Malts entstehen durch die Vermählung von Malt Whiskys unterschiedlicher Brennereien. Vatted Malts werden in Deutschland auch Pure Malts genannt. Vatted Malts sind kleine Kunstwerke, die von Menschenhand entworfen wurden. Den Master Blendern obliegt anschließend die Kunst, diesen Geschmack über die Jahre konstant zu halten.
Verwendet man für die Whisky Herstellung ungemälztes Getreide, so spricht man von Grain Whisky. Dem Getreide wird entweder 10 - 15 % Gerstenmalz zugesetzt, da nur in ihm das wichtige Enzym zur Umwandlung von Stärke in Zucker enthalten ist, oder man setzt das Enzym pur zu. Die dritte Möglichkeit ist das Kochen des Getreides unter Druck, was die Stärke ebenfalls in Zucker aufspaltet.
Mit der Vergärung des Zuckers entsteht ein hochprozentiges Bier zwischen 8 und 10 Vol.%, das anschließend zu Whisky gebrannt wird. Am häufigsten wird heute Weizen für die Grain Whisky Herstellung verwendet. Vor einigen Jahren herrschte der Mais vor.
Das Vermählen hochwertiger Malt Whiskys mit mildem Grain Whisky zu Blended Whisky wurde vor mehr als 100 Jahren erfunden. Entstanden ist eine Kunst, die dem Stammkunden über lange Zeit einen gleichbleibenden Geschmack erhält.
Durch die unterschiedlichen Malt Whiskys entstehen beim Blenden und Vatten Aromen, die eine einzelne Brennerei nie hervorbringen kann. Hochwertige Blends und Vats sind deshalb sehr komplex im Geschmack. Jeder Blended Whisky enthält mindestens 10 verschiedene Malts. Typisch sind jedoch mehr als 20. Billige Supermarkt-Blends enthalten etwa 15% Malt Whisky. Spitzen-Blends erreichen Malt Anteile von 80% und mehr.
Für mehr Informationen sowie Bestellungen steht The Whisky Store zur Verfügung.
| Die wichtigsten schottischen Brennereien | ||||
| Aberlour | Ardberg | Arran | Auchentoshan | |
| Balvenie | Bowmore | Coal IIa | Cragganmore | |
| Glen Garioch | Glen Grant | Glen Moray | Glen Scotia | |
| Glendronach | Glenfiddich | Glengoyne | Glenlivet | Glenmorangie |
| Glenrothes | Highland Park | Isle of Jura | ||
| Lagavulin | Laphroaig | Ledaig | Linkwood | |
| Macallan | Mortlach | Royal Lochnagar | ||
| Springbank | Strathisla | Talisker | ||
Die sechs Classic Malts
Glenkinchie "The Edinburgh Malt"
Der leichte Lowland Malt
Kaum 15 Meilen von den berühmten Royal Mile in Edinburgh entfernt liegt die Brennerei von Glenkinchie zwischen den sanften Hügelketten der East Lothians, eines reichen Weide- und Kornlandes, von jeher Zentrum der schottischen Landwirtschaft. Beste Gerste gedeiht hier auf den erstklassigen Ackerboden. Die Quellen der Hügel liefern das wunderbar weiche Wasser für den Glenkinchie, einen Malt mit dem Charme Edinburghs, von heller Farbe, leicht und sanft, aber vom Charakter her der rauchigste aller Lowland Malts.
Dalwhinnie "The Gentle Spirit"
Der sanfte Malt aus den Highlands
Es ist das Wasser, das dem Dalwhinnie Single Malt seinen weichen, feinen Geschmack verleiht. Die Quelle heißt Lochan an Doire-Uaine (gälisch für "See im grünen Hain") und liegt in einer Höhe von 2000 Fuß in den Drumochter-Bergen. Von dort fließt das reine Quellwasser unterirdisch durch reiche Torfvorkommen in den Alt an t`Sluie, den Bach der Brennerei, und bringt die Erinnerung an schmelzendes Eis und den zarten Duft blühender Heide mit.
Cragganmore "The Speyside Masterpiece"
Der geniale Speyside Malt
Seit 1869, dem Jahr, in dem der legendäre Whisky-Genius John Smith die Brennerei im Spey-Tal am Fuße des Craggan More Hill gründete, wird für diesen unverwechselbaren Speyside Malt ausschließlich reines, über hartes Diabasgestein fließendes Quellwasser verwendet. Dieses Wasser und eine 12-jährige Lagerung tragen zu seinem eher herben Charakter bei und zu seiner kraftvollen Persönlichkeit, die ebenso individuell und bemerkenswert ist wie die des Brennereigründers.
Oban "Little Bay of Caves"
Der Highland Malt vom Meer
1794 gegründet ist die Oban-Brennerei eine der ältesten, älter noch als der Ort selbst, der um sie herumwuchs. Daher der ungewöhnliche Anblick einer Brennerei an der Hauptstraße einer Stadt. Der unverkennbare Geschmack des Oban Single Malt beruht auf der widersprüchlichen Natur seiner Heimat zwischen Gebirge und Meer. Ohne die Schwere und den Torfgeschmack der Whiskies von der nahe gelegenen Insel Islay verleugnet der Oban weder seine Nähe zum Meer noch die typischen, anhaltend sanften Geschmacksmerkmale der Western Highlands.
Lagavulin "The Lord of the Isles"
Der Mächtige Malt von Islay
Die Hebrideninsel Islay nimmt in der Gesellschaft der Malt Whiskies eine gewichtige Stellung ein. Unter den Brennereien auf Isley ist Lagavulin die typischste - von den birnenförmigen "Stills", den kupfernen Brennkesseln, bis hin zu den lang gestreckten, niedrigen Lagerhäusern am Meer, wo die Malt Whiskies heranreifen. Viele verschiedene Elemente tragen zu seinem unverwechselbaren robusten Charakter bei, aber der Einfluss des Torfes ist im Geschmack dieses Whiskies deutlich zu spüren.
Talisker "The goldes Spirit of Skye"
Der einzige Malt von der Isle of Skye
Wer die weit vertreut liegenden Heimatorte edler Malt Whiskies besucht, kommt zu guter letzt nach Talisker, der einzigen Destillerie auf der Hebrideninsel Skye. Versteckt in der kleinen Küstengemeinde Carbost kann Talisker wirklich von sich behaupten, eine der abgelegensten Destillerien Schottlands zu sein. Golden, körperreich und ausdrucksvoll tritt aus den schweren Schatten der Cuillin Hills einer der Großen Single Malts hervor. Die überreiche Geschmacksfülle, die er am Gaumen entfaltet, bescherte ihm von dem Dichter R.L. Stevenson den ehemaligen Titel "King o`Drinks".
"Lebenswasser" aus aller Welt
Whisky-Tasting im Copthorne-Hotel Laatzen finden große Resonanz
Laatzen (lip) Es waren wohl die Iren, die ihn als erste genossen haben: Denn mit "Uisge" - was soviel wie "Wasser des Lebens" auf gälisch heißt - zogen sie sich Mut antrinkend in die Schlachten gegen englische Besatzungstruppen, bereits mehrere Jahrhunderte bevor 1494 die Schotten erstmals schriftlich überhaupt von "Whisky" sprachen. Nur eine der vielen Geschichten, die der hannoversche Whisk(e)y-Experte Jürgen Deibel den Teilnehmern seines Whisk(e)y -Tasting im Copthorne-Hotel Laatzen, neben fachmännischem Wissen und zahlreichen Anekdoten nahebrachte.
So überraschte er viele Gäste damit, dass Whisky - je Land mal mit "e" , mal ohne geschrieben - inzwischen weltweit destilliert und getrunken wird: von Großbritannien und den USA über Deutschland, Polen und Russland bis nach Japan und Australien.
Während die weltgrößte Destillerie in Japan die sechsfache Kapazität von GlenFiddich, der größten schottischen besitzt, sind es jedoch die Inder, die weltweit das meiste "Lebenswasser" produzieren. Auch im deutschsprachigen Raum "tut sich etwas", so Deibel, der als "Spirit-Consultant" nicht nur Tastings anbietet, sondern sowohl fachjournalistisch arbeitet, als auch für die Industrie neue Produkte beurteilt.
Dabei kommt ihm seine berufliche Qualifikation als Chemiker und Experte der Destillationstechnik im für ihn "schönsten Beruf der Welt, in dem man sich schon morgens um neun Uhr Whisky oder Wodka probieren kann und muss" entgegen.
Währens in den rund 90 schottischen Whisky-Destillerien teilweise nur 10.000 Flaschen im Jahr produziert werden, sind in Österreich, der Schweiz und Deutschland bereits 30 Brennereien im kontinuierlich steigenden Markt aktiv. Allein der seit 1959 beliebte "Racke Rauchzart" Discountpreis-Whisky verkauft sich in Deutschland 250.000 mal im Jahr.
Aber auch Hochwertiges vom Schliersee - mit bereits ausverkaufter Produktion bis Ende 2008 - und aus der Region Bamberg, erfreut den Freund, und immer öfter die Freundin, der gewässerten, gemälzten und mehrfach destillierten Gerste, die als Single Malt oder Malt Whisky - zuvor mehr oder weniger stark beim Trocknungsprozess das Aroma des Rauches von unter ihr verbrennenden Torf aufgenommen hat. Und diesen Whiskys so ihre individuelle Note verleiht.
Unter den beim Tasting vorgestellten sieben Whiskys waren nur die letzten drei - der zwölfjährige irische "Connemara" und die von der schottischen Insel Islay stammenden "Bunnahabhain" (zwölf Jahre) und "Caol IIa" (18 Jahre) so torflastig. Zuvor genossen die mehr als 20 Teilnehmer leichten japanischen "Yamazaki", kräftigen "Wild Turkey" Roggen-Whiskey aus Kentucky (USA), schottischen "Clynelish" und den erst im Nachklang wirkenden irischen "Redbreast".
Fein Umrahmt von Jürgen Deibel mit interessantem Hintergrundwissen zu Geschichte und Herstellung, unterhaltsamen Anekdoten, lebhaften irischen und schottischen Trinksprüchen sowie schmackhaften Snaks und "Irish Stew" in der Pause, bereitgestellt vom Copthorne-Hotel. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist: Jürgen Deibel bietet noch zwei weitere Whisky-Tastings an selber Stelle im Copthorne-Hotel an der Würzburger Straße an. Ein bereits fast ausgebuchtes Mitte Februar 2007, ein weiteres am 1. März 2007. Thema an beiden Abenden: "Erlesene Insel-Whiskys aus Schottland".